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RAM

Allgemein
09. Dec 2013
Kommentare: 11

Wieviel Performance braucht ein Webentwickler auf seinem Arbeitsgerät?

Kategorien: Allgemein | 09. Dec 2013 | Kommentare: 11

Ich bin stolzer Besitzer eines MacBook Pros. Seit 2010, bereut habe ich den Umstieg von Windows zu OS X nie. Ganz im Gegenteil, ich war so froh darüber und habe so viel neues entdeckt, dass ich im März 2012 einen Blog startete, der sich nur mit OS X und iOS Software auseinandersetzt.

Seit jeher war das MacBook meine Arbeits- und Privatmaschine. Es ist fast rund um die Uhr im Einsatz, egal ob ich arbeite, studiere oder privat ein wenig rumspiele. Und es hält. Die verarbeitete Hardware ist solide. Nichtsdestotrotz gibt es hin und wieder Situationen in denen man merkt, dass der Laptop in die Jahre kommt. Darum darf es 2014, nach 4 Jahren im Einsatz, gern ein Neuer sein. Allerdings ist die Entscheidung nicht so einfach.

MacBook soll es sein, logisch. Pro-Variante versteht sich auch. Die Frage stellt sich bei der Wahl der Konfiguration, also was an Hardware verbaut werden soll. Wieviel RAM, welche CPU, wieviel Festplattenspeicher? Dazu ein bisschen Background:

Meine Aufrüstungsvergangenheit

Meinen jetzigen Rechner habe ich im Mai 2010 gekauft. 2,4Ghz Intel Core 2 Duo, 4GB RAM, 256GB HDD. Im August 2011 kam ich damit an meine Grenzen. Grund dafür: die VM. VMware Fusion ist trotz der Usabilityprobleme der Website ein nettes Stück Software. Allerdings kann es auch nichts dagegen tun, dass Betriebssysteme und die zugehörige Software nunmal ressourcenintensiver werden. Mit einer offenen IDE (damals™ noch PhpStorm), einem Browser und der VM für das Gegentesten im Internet Explorer machte das Arbeiten keinen Spaß mehr. An Photoshop öffnen war gar nicht mehr zu denken.

Darum musste Aufrüstung her. Der Flaschenhals war der RAM, 4GB waren nicht genug. Schließlich gingen 2 davon an die Windows-VM. Also kurzerhand zwei neue 4er Riegel gekauft und mit 8GB lief das ganze wesentlich flotter.

An die Grenzen kam ich trotzdem noch. Ich konnte Photoshop jetzt öffnen, ja. Wenn aber Mail-Client, Instant Messenger und ggf. noch ein zweiter Browser offen ist (Cross Browser Compatibility und so), reichen auch die 8GB nicht. Klar, IM und Mail-Client können in solchen Situationen geschlossen werden und man hat Ruhe. Die Quintessenz aus diesen Ausführungen soll aber sein, dass ich trotz RAM-Aufrüstung immer noch gelegentlich an die Grenzen meines Systems stoße. Und das seit 2 Jahren.

Wie wohl 2018 sein wird?

Im letzten Jahr habe ich mir eine SSD gegönnt. Und der Geschwindigkeits-Boost ist Wahnsinn. SSD einbauen ist das neue RAM aufrüsten ist ein Spruch, der mir im Ohr geblieben ist. Es stimmt einfach. Trotzdem blieb die Grenze des RAMs in kritischen Situationen. Diese sind zugegebenermaßen seit OS X Mavericks und der damit eingeführten RAM-Kompression quasi nicht wieder zum Vorschein gekommen, doch das nur aufgrund der verbesserten Art und Weise wie OS X mit RAM umgeht. Unendlich lässt sich RAM auch nicht komprimieren.

Zurück zum Anfang. Nächstes Jahr gibt’s ein neues MacBook. Ein 13-Zoller, wie das jetzige auch. Portabilität ist King. Retina darf es auch sein, muss es sogar. Ich will mit Retina-Grafiken arbeiten, das ohne ein Display, was die Ergebnisse auch darstellen kann, wenig Sinn macht.

Das Problem: RAM und Festplatte sind fest verlötet. Aufrüstung quasi nicht möglich. Das bedeutet: ich muss mich 2014 entscheiden, was mir 2018 noch zum Arbeiten reicht. Jap, der Rechner sollte wieder 4 Jahre halten.

Welche Konfiguration also?

Vernünftigerweise müsste man einsehen, dass ich seit 2 Jahren mit dem RAM auskomme, ein bisschen mehr aber nicht schaden würde. Wie wird das in 4 Jahren sein? Die Technik entwickelt sich weiter, was Software erlaubt ressourcenintensiver zu arbeiten. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die Ausstattung mit 16 GB die einzig sinnvolle Variante ist.

Festplattenplatz und CPU sind mir da weniger wichtig. Die CPU merk ich nur, wenn das Kompilieren mal wieder etwas länger dauert. Ansonsten kann ich mich an keine Sitiation erinnern, in der ich mir eine leistungsstärkere Recheneinheit gewüscht hätte.

Die 256GB SDD reicht mir bei Weitem. Ich lagere Fotos und Videos regelmäßig aus, Musik geht fast nur noch über Spotify. Deswegen habe ich noch knappe 100GB frei, eine zweite Festplatte (die alte 256GB HDD) ist auch noch eingebaut, wird aber nicht benutzt.

Es ist dennoch sinnvoll, auch den Festplattenplatz wenigstens zu verdoppeln, da Dateigrößen erfahrungsgemäß zunehmen. Was im Ergebnis dazu führt, dass ich ein 13 Zoll Retina MacBook Pro mit 16GB RAM und 512GB SSD holen sollte. Da ich nicht aufrüsten kann, muss ich die Speicherpreise von Apple bezahlen. Was bedeutet, dass ich mit einer 2,6GHz Dual Core i5 CPU momentan bei 2.000€ wäre (selbst nachbauen).

Braucht man als Webentwickler 16GB RAM?

Als ich meinen Frust über das feste Verlöten von RAM und Festplatte und die damit einhergehden Aufpreise auf App.net ausließ, kam die Frage auf wozu ich denn bitte 16GB bräuchte. Ein paar Ausschnitte:

Enno:

Mir wird ein bissl schlecht bei dem Gedanken nächstes Jahr ein neues MacBook zu holen, was eigentlich wieder ≈4 Jahre halten soll. Muss ≥16GB RAM haben. Da fest verlötet, direkt bei Apple kaufen. Und später nicht mehr nachrüsten können. Son Schrott.

Chris:

Ich glaube wirklich nicht, dass Du 2018 16 Gig RAM brauchst. Es sei denn, Du gehst in die Videoproduktion oder Ähnliches. Für Web Development brauchst Du das IMHO nicht.

Enno:

dachte ich auch mal. Hab 2010 4GB-Modell gekauft, 1,5 Jahre später musste ich auf 8 aufstocken =/ Anwendungen werden nicht ressourcenschonender.

Chris:

Festplatten waren ewig der Flaschenhals. Das hat sich durch SSDs nun geändert. Denke Du kommst mit 8 GB gut aus.

Vor allem bei den Preisen. Steck das Geld lieber in einer größere SSD.

Enno:

bin da nicht von überzeugt.
Umsetzung eines Screendesigns:
Photoshop, Chrome, Firefox, IE in einer VM, Sublime, RubyMine

Stoße ich an die 8GB Grenze. Und dabei sind Mail-Programm, Twitter & Co geschlossen.

Heute schon.

Die ganze Unterhaltung zum Nachlesen gibt es hier.

Jetzt die Frage: wie seht ihr das?

Braucht man als Webentwickler 16GB RAM für?

Wenn nicht heute, vielleicht in 4 Jahren?

Eure Gedanken dazu interessieren mich.

Autor: Enno

Ich bin Enno. PHP ist mein Ding, aber auch alles Neue rund um die Themen HTML5, CSS3 & Co finde ich interessant. Ich mag es Leuten zu helfen und mein Wissen weiterzugeben. Sollte dir mein Beitrag gefallen haben, lass doch nen Kommentar da oder benutze einen der Social Buttons, um deinen Dank auszudrücken ;)

Kommentare (11)

  1. Ich habe mir die selben Gedanken gemacht und bin (fast) zum selben Entschluss gekommen.
    Habe mir das 13″ Retina mit 16GB RAM und 512GB SSD bestellt. Ich habe allerdings die 200€ für den großen i7 drauf gelegt.
    Ich habe in den Vergangen Jahren auch den Schritt auf 8GB RAM und 1,1 TB FusionDrive gemacht. Das hat Abhilfe geschaffen aber gerade in Aperture, beim Virtualisieren etc. wurde der Core2Duo immer wieder zum Flaschenhals.
    Ich weiß nicht, was für Anforderungen in den kommenden 3 bis 4 Jahren auf die Hardware zukommen (und hoffe ja auch noch auf ZFS unter OSX) und habe mich deshalb entschlossen, mehr zu investieren und auf Nummer sicher zu gehen.

  2. Mir würde eine 255GB SSD reichen, aber bei allen anderen kann ich – auch als Webentwickler – nicht genug Power haben. 16GB Arbeitsspeicher finde ich für Webentwickler überhaupt nicht zu viel. Ich kann leider den entsprechenden Link nicht mehr finden, aber es gab mal eine super Erklärung warum moderne Browser so extrem viel RAM verbrauchen. Im Gegensatz zu früher liegt das an diversen Optimierungen (wie bei JavaScript) oder auch daran, dass jeder Tab ein eigener Prozess, damit nicht der ganze Browser abstürzt, sondern nur ein Tab. Wenn man jetzt mehrere Browser auf hat und vielleicht mehrere Versionen der gleichen Seite, die man gerade entwickelt (z.B. lokal und live), dann verbraucht man schon ziemlich viel Arbeitsspeicher. Hinzu kommen IDEs und andere Tools, die immer komplexer werden. Ja selbst an der Grafikkarte darf man als Webentwickler nicht mehr sparen. Auch wenn man selbst vielleicht (noch!) keine WebGL-Anwendungen entwickelt, so ist es nicht unwahrscheinlich früher oder später ein WebGL-basiertes Tool zu verwenden. Tools sind sowie so ein gutes Stichwort. Ob ich nun mit den Chrome DevTools Performanceanalysen machen, Bilder für statische Seiten vorkomprimiere und formatiere oder automatisiert Screenshots für CSS Regression Tests mache (diese Woche erst ausprobiert!) – die freuen sich bestimmt alle über eine gute CPU :)

    Davon abgesehen bin ich megaallergisch über jede unnötige Warterei^^

    Zurück zum Thema: Ich würde eine kleinere Festplatte, aber eine bessere CPU nehmen :)

    • Du würdest also auch 256GB behalten, obwohl der Rechner 4 Jahre damit auskommen muss? Finde ich sehr gewagt.
      Wo lässt du dann deine ganzen Daten?

    • Die packe ich zur Not auf ein NAS :) Habe eigentlich nur Fotos als Speicherfresser auf der Platte und die brauche ich nicht ständig. Mein alter Speicherfresser Musik liegt komplett in der Cloud. Filme habe ich eigentlich gar keine drauf.

    • Hm, ok, das ginge für Daten, die man auslagern kann. Was aber, wenn das OS größer wird, die Apps ebenso und alle Dateien, die du für dein tägliches Arbeiten brauchst?
      Vielleicht kommt es ja auch gar nicht so, aber es wär blöd wenn doch, u know?

  3. Ich bin auch seit einigen Jahren umgestiegen auf die Macintosh-Systeme. Angenfangen bei einem 27″er iMac zum 13″er MBP, dann doch wieder 27″er iMac und nun schreibe ich gerade an einem 15″er MBP… welches hoffentlich bleibt!
    Ich hatte die gleiche Entscheidungsschwierigkeit: 8GB oder 16? Wie groß die SSD?Bei mir ist’s glücklicherweise nicht fest verbaut, da ich noch die letzte 15″ Non-Retina Variante habe (habe ich wegen dem fehlenden LAN-Port beim Retina-Modell gewählt).
    Zuerst hatte ich eine 256GB SSD verbaut, als diese jedoch drohte voll zu werden (auch wegen den VM’s & Musik für unterwegs, die meiste Musik hab ich @Home auf der NAS liegen) hab ich mir eine 512er eingebaut.
    Ram bin ich dieses mal direkt auf 16GB gegangen – gut so!
    Klar räumt Mac an sich gut den Raum auf, doch selbst jetzt im „normalen Betrieb“ sind bei mir 12,14GB ausgelastet (PS, ID, Tyme, Espresso, Firefox, Mail, VirtualHostX und FoldingText laufen)

    Wenn Du nicht viele Daten hast, die Du ständig bei Dir brauchst, würd ich evtl. eine 256GB SSD nehmen, Ram auf jeden Fall 16GB (4 Jahre sind eine lange Zeit für die Technik…)
    Kommt aber auch darauf an, was Du sonst noch machst. Ich fotografiere gerne mit meiner Nikon D7100 – die Fotos kommen natürlich nicht auf die SSD, das wäre viel zu groß… Dennoch lagere ich unterwegs immer mal wieder Daten von der Speicherkarte auf’n Rechner…

    • Hey Josh,

      Mein Hauptproblem bestand ja darin, dass RAM und SSD eben fest verbaut sind. Wäre das von vornherein ausgeschlossen –wie in deinem Fall – hätte sich der komplette Blogpost mehr oder weniger erübrigt. Ich hätte einfach das genommen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt benötige und eben nach Bedarf aufgerüstet. Auf jeden Fall hätte ich den RAM nicht direkt bei Apple gekauft. Sinnlos teuer.

      Mittlerweile habe ich mich auf die Kombination 512GB SSD und 16GB RAM eingeschossen. Geht arg ans Portemonnaie, aber ist halt Future-Proof(er).

      Außerdem: auch wenn mein Mac schon ab und zu ein wenig rumspackt und ich mich im Artikel auf das Jahr 2014 für den Neukauf festgelegt habe, will ich mit dem neuen noch so lange warten wie es geht. Im Idealfall reicht er also noch ein gutes Jahr, auch wenn der Pessimist in mir das etwas skeptisch betrachtet.

      Viele Grüße, Enno

  4. Habe keinen Mac, aber 12 GB RAM eingebaut, die bei mir mittlerweile ein bisschen knapp werden.
    Der Grund: Virtuelle Maschinen. Im Zusammenspiel mit dem ZFS Dateicache, PHPStorm und diversen speicherfressenden Browsern (Chrome…) sind da 12GB mal ganz schnell weg.

    Auch bei Anwendungen geht der Trend geht nach wie vor zu immer höherem Speicherverbrauch, weil a) anwendungsseitig großzügig mit Speicher umgegangen wird und b) immer mehr VM-basierte Sprachen eingesetzt werden.

    • Jap, erfahrungsgemäß werden zukünftige Anwendungen nicht ressourcensparender. Ich merke mittlerweile auch wirklich, dass mein MacBook langsam zu lahm für mich wird. Die nächste Generation Retina MBP ist meine ;)

  5. Also ich habe in allen pc’s mac’s Minimum 16GB seit ca. 1-2 Jahren xD
    Dach ich unterwegs mit meinem MBP (i7 16GB RAM 256 Samsung SSD) arbeiten möchte (C++ Programmierer, Web,etc…auf Hobby Basis) laufen bei mir über paralells immer mindestens eine VM. Wenn ich noch ne Datenbank nutzen will laufen zwei VM (ubuntu Server, win7) und dann sollen noch Mail Twitter und Co auch laufen.
    Meiner Meinung nach sind 16GB für die heutige zeit gerecht aber ich denke das in 2 Jahren die 32GB kommen. Die neuen i7 von Intel können das ohne Probleme nutzen. So auch die MBP. Nur Apple schreibt es nicht das man es theoretisch könnte.

    So ist meine kurze Erklärung warum 16GB Sinn machen :-)